DR. PAUL BRANDENBURG
TAUCHERARZT

 
 

Ärztliche Tauglichkeitsbescheinigungen werden z.B. bei der Anmeldung zu Kursen, und in Tauchbasen im Urlaub verlangt. Auch die meisten Tauchverbände verlangen aus haftungsrechtlichem Grund, die Vorlage einer gültigen Bescheinigung. Auch aus ärztlicher Sicht, ist jedem Sporttaucher eine regelmäßige Tauglichkeitsuntersuchung zu empfehlen. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht jedoch nicht.

Im folgenden finden Sie nähere Informationen zu Umfang und Ablauf von Untersuchung und Bescheinigung.

 

BESCHEINIGUNG DER TAUCHTAUGLICHKEIT

Qualifikation des Arztes

Zu Umfang und Inhalt der Tauglichkeitsuntersuchung oder der speziellen Qualifikation des untersuchenden Arztes existieren keine gesetzlichen Bestimmungen. Von Rechtswegen darf jeder zugelassene Arzt Tauch-Tauglichkeitsuntersuchungen durchführen und entsprechende Bescheinigungen ausstellen.  Der untersuchende Taucharzt sollte daher von einer der oben genannten anerkannten Fachgesellschaft zertifiziert sein; beispielsweise von der Geselschaft für Tauch- und Überdruckmedizin.


Ablauf der Untersuchung

Die Untersuchungen werden nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin durchgeführt. Bis zu einem Alter von 40 Jahren beträgt die Gültigkeit 3 Jahre, darüber sollte die Untersuchung jährlich wiederholt werden. Die Untersuchung dauert ca.45 Minuten


Tauglichkeitsanforderung: Allgemeinzustand

Im Gegensatz zum Berufstaucher kann sich ein Sporttaucher frei entscheiden, ob er einen Tauchgang durchführt oder darauf verzichtet, weil er sich gerade nicht so gut fühlt, die geplante Schwimmstrecke zu lang erscheint oder er sich konditionell der bestehenden Strömung nicht gewachsen fühlt.
Diese Option der individuellen Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Tauchgang ermöglicht auch allen Nicht-Supermännern und -frauen die Möglichkeit des Sporttauchens. Diese Wahlmöglichkeit verpflichtet aber auch zur überlegten, realistischen Einschätzung des Tauchgangs und der eigenen Fähigkeiten.
Eine gewisse sportliche Mindestleistungsfähigkeit sollte vorhanden sein, da bei Tauchgängen nicht alles vorherbestimmbar ist und vielleicht doch einmal die eine oder andere ungeplante körperliche Anstrengung gemeistert werden muss.


Tauglichkeitsanforderung: Alter

Ein höheres Lebensalter ist statistisch gesehen mit einem prinzipiell erhöhten Risiko für Dekokrankheiten verbunden. Weder bei Sporttauchern noch bei Berufstauchern gibt es aber eine obere Altersgrenze für die Tauchtauglichkeit.

Auch bei Kindern und Jugendlichen gibt es keine prinzipiellen Einwände gegen die Ausübung des Tauchsports. Hier ist es aber die noch fehlende geistige Reife und das mangelnde Problembewusstsein, das in vielen Tauchsportorganisationen zur Einführung eines bestimmten Mindestalters für taucherische Qualifikationen geführt hat.
Generell sollten Kinder und Jugendliche nur unter sehr sicheren Umgebungsbedingungen tauchen und abhängig vom Entwicklungsstand von einem oder mehreren erfahrenen Tauchern/Tauchlehrern begleitet werden. Alleinverantwortliches Tauchen undÜbernahme von Verantwortung für Tauchpartner ist hier in der Regel nicht gegeben.

Tauglichkeitsanforderung: Gewicht

Da Fettgewebe viermal soviel Stickstoff aufnehmen kann wie wasserhaltiges Gewebe und da Übergewichtige in der Regel über eine geringere Ausdauerleistung verfügen als Normalgewichtige, besteht bei deutlichübergewichtigen Tauchern prinzipiell ein etwas erhöhtes Risiko für Dekoerkrankungen.
Bei Sporttauchern gibt es allerdings keine festen Grenzwerte für eine Untauglichkeit durch Übergewicht.


Form der Tauglichkeits-Bescheinigung

Verschiedene Sporttauch-Organisationen haben ihre eigenen Untersuchungsbögen und Bescheinigunsvorlagen entwickelt. In Deutschland und Österreich verwenden die meisten Organisationen inzwischen den standardisierten Untersuchungsbogen der dt. Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der Österreichischen Gesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin (ÖGTH). In der Schweiz ist dieser von der Schweizerischen Gesellschaft für Unterwasser- und Hyperbarmedizin (SUHM) anerkannt.